Beatsteaks Interview


Kurz vor ihrem Konzert am 5. Dezember 2011 in der Stadthalle Braunschweig hatten wir das Vergnügen, uns mit Torsten und Peter von den Beatsteaks zu treffen, um mit ihnen über ihre Tour, ihre musikalische Neuorientierung auf dem aktuellen Album Boombox und Arnims Defizite im Bereich Sprichwörter zu sprechen.

Wie war eure Tour bis jetzt?

Torsten: Die Tour war nach Aussagen unseres Sängers wohl bis jetzt die beste Tour, die wir gefahren haben. Wider erwarten so ein bisschen. Wir sind da freudig erregt, aber mit gemischten Gefühlen getourt, aber jetzt ist alles jut. Wir brauchen immer etwas bis die Setlist steht. Jetzt haben wir sogar zwei Setlisten gehabt, die funktionieren so. Allet Bombe.

Peter: Gesundheitlich halten wir uns recht wacker, obwohl die meisten Bombeneinschläge auf Tour…

Torsten: Ja, der Bombenfall ist relativ dicht gerade. Peter war die ersten fünf oder sechs Konzerte…

Peter: Nee, dat war länger! Knie verjaucht, gleich beim ersten Konzert. Ich bin beim ersten Konzert rumgesprungen und so blöd umgeknickt, dass ich nicht mehr stehen konnte. Heißt, ich musste im Sitzen spielen. So habe ich dann mindestens sechs Konzerte gemacht und jetzt zum Glück nicht mehr, jetzt ist alles schön. Und jetzt, wo bei mir wieder geht seit drei Tagen, haut sich halt Arnim die Hand am Becken kaputt und kann nicht mehr Gitarre spielen. Es ist ein einziges…es wird nicht uninteressant! Eine ganz schöne Abenteuer-Tour! Wir haben eine super Crew am Start. Es ist ganz toll, wie die alle mitmachen und auch deswegen ist die Laune so gut. Weil die so konzentriert, professionell und freundlich sind. Da gibt man sich selber auch noch mehr Mühe, wenn die so gut sind. Und das Publikum war auch immer toll. Das muss man ja auch mal dazu sagen.


Aber ihr seid ja schon ganz schön Tour-verwöhnt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass mal eine Beatsteaks-Tour schlecht war, oder?

Peter: Nee, wir haben noch nie eine richtig schlechte Tour gefahren. Es gibt Touren an die man jetzt nicht die allerschimmernsten Erinnerungen hat, aber das hängt dann eher mit dem Wetter zusammen. Wenn man jetzt zum Beispiel eine Europatour spielt und in einem kleinen Club in Polen spielt, dann ist das einfach nicht ganz so glamourös wie hier jetzt, aber trotzdem sind das tolle Touren. Ich rede jetzt eigentlich mehr von der Laune und über uns. Irgendwann haben wir uns untereinander richtig angepinkelt.

Torsten: Von außen sieht das ja immer alles so gut aus, aber was im Backstage passiert…Da sind Fäuste geflogen, da ist Blut geflossen. Und das ist dieses Mal das erste Mal nicht so. Wir haben uns noch nicht geprügelt und das wird glaube ich auch nicht passieren. Wir können halt auch mit mittelmäßigen Konzerten, die man ja auch spielt, ganz gut umgehen. Es wurde früher auch mal rumgeschrien und die Laune war halt schlecht. Und jetzt versucht man das eher konstruktiv zu sehen und darüber zu reden. Das gelingt mittlerweile in den meisten Fällen viel besser.

Peter: Ohne, dass wir sagen: „Das war ja schon wieder ein hammer Konzert!“. Wir können uns selbst sehr gut einschätzen und wenn wir unzufrieden sind mit einem Konzert, dann heißt das noch lange nicht, dass das ein schlechtes Konzert war. Das sind dann so eigene kleine Schnitzer, wie ein Skispringer der abspringt und denkt „Scheiße, ich hab den Wind nicht richtig erwischt.“.

Wie kam es dazu, dass euch The Death Set supporten? Die Musik ist ja schon ganz anders als eure Musik und es ist sicher nicht immer leicht für die Jungs eure Fans zu begeistern.

Peter: Nee, das ist nicht leicht für die. Das ist hakelig, auf jeden Fall, aber wir finden sie halt toll und das wollen wir uns irgendwie erhalten. Dass wir jetzt nicht nur alles auf super angenehm bügeln. Ich finde das völlig okay und unserem Publikum ist das zuzumuten. Na klar ist das riskant und es gibt bestimmt ganz viele, die damit gar nichts anfangen können, aber für mich hat das mehr mit einem Rock ´n Roll Konzert zu tun, wenn mal was abgefahrenes und ekeliges…also nein, ich finde die nicht ekelig, ich finde die super! Aber dass mal was verstörendes kommt, was man nicht gleich kapiert. Dass das nicht so wie alles aus der Radiowelt klingt. Da ist mir der Schritt dahin lieber. Es ist mal so und mal so und wir fanden die halt gut. Die spielen vor vielen Leuten und möglicherweise ist ein bestimmter Prozentsatz dabei, der die gut findet und dadurch entdeckt. Und das ist gut!

Torsten: Wir haben sowieso noch nie eine Vorband mitgenommen, die jemand anderes gut fand. Sondern immer nur die, die wir gut fanden. Turbostaat ist jetzt auch nicht so die eingängigste Band oder…wie hieß der noch, der Durchgeknallte? Der immer seinen Arsch auf der Bühne gezeigt hat?

Peter: Ach…King Khan!

Torsten: Wenn wir jemanden gut finden, dann fragen wir die Bands und wenn die können, dann ist alles gut. Und es gibt ja einige Leute, denen gefällt´s offensichtlich. Das reicht doch. Irgendjemandem wird´s schon gefallen.

Peter: Ja, mal funktionieren Sachen so anheizermäßig.

Torsten: In so einem kleinen Club ist das auch eine ganz andere Atmosphäre. Die Jungs haben Bock und dann sollen sie machen.

Peter: Erfahrungen sammeln. Und man wird ihnen da nicht reinreden. Das ist ihre Zeit, da können die machen was sie wollen. Ich möchte ihren Job nicht haben (lacht). Aber ich finde die sind toll und sympathisch. Uns wurde auch eine Chance gegeben. Arnim ist da mehr so auf „Hey kommt mal alle zusammen!“ und auf Krawall gebürstet. Machen die auch, aber da ist halt einen Sprachbarriere. Wenn wir sagen können „Hey, kommt mal ein bisschen näher ran!“ ist es was anderes als wenn sie sagen „Yo, what´s up men? We are from New York!“ wuuup, ist eine Distanz da. Das ist halt einfach so. Wenn wir in England spielen ist das auch so.


Nach Limbo Messiah wurde es erst mal etwas ruhig um euch. Da lagen glaube ich vier Jahre zwischen den beiden Alben. Was habt ihr in der Zeit gemacht außer zu touren und neue Songs zu schreiben?

Torsten: Nach Limo Messiah kam ja noch die Kanonen auf Spatzen raus, die Live-Platte. Die hat ja auch noch Arbeit gemacht. Dann war ja noch die Grande Finale in Berlin im August 2008 oder so, wa? Kann das sein? Nee, im Juni, da waren wir in Argentinien und dann waren´s ja nur noch zwei Jahre. Und dann ging das alles recht schnell. Es waren alle kurz im Urlaub, maximal drei Wochen, und dann hat sich jeder so um seinen Scheiß gekümmert. Also da waren ein paar Sachen, die waren nicht so schön, es gab ein paar Sachen, die waren total toll, ich bin zum Beispiel Papa geworden, da habe ich genug zu tun. Ich weiß, dass ich relativ schnell zum Bassunterricht gegangen bin. Wir haben uns um die Familien gekümmert, es gab ganz viele Sachen wie so Büroscheiß und so ein profaner Mist zu dem du halt sonst nicht kommst. Und dann wurde sich eigentlich gleich schon wieder im Proberaum getroffen. Das hat ein Jahr gedauert bis wir wieder so weit waren, dass die Platte fast fertig ist. Also: Eine lange Pause gab´s quasi nicht. Da gab´s auch ein paar, die Zuhause ein paar Sachen zu erledigen hatten und dann war die Pause auch schon wieder rum.

Peter: Also wir machen jetzt keine offizielle Pause mehr. Wenn, dann machen wir mal lang frei, aber wir machen keine Pausen mehr. Das klingt so blöd. Es war wichtig für uns, dass wir es Pause nennen, damit das eine Pause im Kopf ist. Dass man mal nicht an die Band denkt. Aber das macht man ja sowieso. Das können wir sonst wie nennen, ich denke sowieso an die Kapelle und denke daran wann wir uns wieder treffen und so. Ich finde wir brauchen jetzt keine Pause mehr.

Und wie kam es zu dieser musikalischen Neuorientierung?

Peter: Das ist einfach stumpf das, was dabei rausgekommen ist, als wir uns getroffen haben.

Gab es denn irgendwelche Bands, die euch in der Zeit besonders beeinflusst haben?

Torsten: Ich weiß, dass wir in dieser Zeit ganz viel alten Rock und alten Ska gehört haben. Also dieses ganze Zeug aus den 60ern. 50er/60er/70er war auf jeden Fall ganz wichtig. Jeder hat halt seinen Scheiß gehört und da kam dann ganz viel zusammen. Ich war mit Arnim in der Pause ganz viel auflegen, wo wir eigentlich hauptsächlich Black Music und Elektro auflegen. Da sind die Einflüsse ganz verschieden. Also für mich ist die Platte nach Smack Smash auch so eine logische Weiterführung. So eine konsequentere Platte. Wir haben halt nicht versucht zwei Songs in einen zu verwandeln. Also alles etwas konsequenter. Es stand kein Plan dahinter, das wurde einfach gemacht. Wir würden niemals sagen, wir machen jetzt ein Album, dass zwischen Hardcore und Punkrock eine Lücke schließt, danach gibt´s das Punkrock-Album, dann gibt´s das Rock-Album, was dann nach außen hin immer so kommuniziert wird. Da soll halt jeder selber sagen wie er es findet. Viele sagen „Ja, ihr seid ja jetzt so poppig und weich geworden!“ – Finde ich jetzt zum Beispiel gar nicht. Selbst Milk & Honey und alles was da so los ist, ist jetzt nicht total hart, dass einem der Kopf runterfällt, ist aber so konsequent alles, dass es eine gewisse Energie oder Wucht hat.

Peter: Ich finde es macht auch Spaß damit zu spielen, und zu gucken, wie poppig man sich manche Sachen traut, weil wir ja einfach eine Rockband sind und immer laute Gitarren um uns haben. Für uns ist es dann interessant in wie weit wir dann auch mal in die andere Richtung gehen können, ohne uns selber zu verleugnen. Das machen wir schließlich für uns. Weil das eine Richtung ist, in der wir noch nicht waren.

Torsten: Wie leise kann man eine Gitarre in einer Rockband machen…Paar finden es total gut und ein paar finden es total blöd. Das nächste Mal kommt dann nur Ratterei, nur Gitarren halt (lacht).

Peter: Es ist ja so: Wir nehmen uns nichts vor und das ist auch toll. Der Haken jetzt an der Platte war der Schritt zurück in den Proberaum. Am Anfang konnte ich mit vielen Liedern gar nicht mal so viel anfangen, aber das ist dann ja kein Grund zu resignieren, sondern sich zu fragen „Wo kann man da jetzt einhaken?“. Im Proberaum hatten wir uns, es war warm und gemütlich. Im Studio redet einem keiner rein. So konnten wir machen was wir wollten.

Wie kommt es, dass ihr keine Lieder mehr auf Deutsch schreibt, so wie früher?

Peter: Weil uns stumpf nichts einfällt…

Torsten: Peter ist ja der, der immer die deutschen Texte geschrieben hat. Aber es gibt ja immer mal wieder eine deutsche Coverversion wie „Hey Du“ und jetzt gibt es ja die Coverversion von Rio Reiser. Das sind halt leider immer Lieder mit so unfassbar großartigen Texten…

Peter: Das nimmt dann immer so ein bisschen den Strom aus der Steckdose, weil das so tolle Texte sind und man sich da ranarbeiten muss. Der Text von „Schlecht“ ist mir am Strand eingefallen, ich glaube das muss in einem Rutsch passieren. Wenn du darüber nachdenkst, dass du jetzt mal einen sinnigen deutschen Text schreibst, kannst du den Stift schon gleich wieder weglegen, weil das nichts wird. Und das hat sich einfach nicht ergeben.

Wie entstand der Gedanke, die Noten von „Milk & Honey“ zu veröffentlichen und daraus einen Contest zu machen?

Torsten: Von uns gar nicht, das ist eine Idee von der Plattenfirma. Kann man einfach mal sagen. Unser Produktmanager Fabian Drewes hat sich unter der Dusche überlegt, dass man den Song ja veröffentlichen könnte, aber nicht so wie bisher sondern nur die Noten. Und dann hat er uns die Idee erzählt und wir fanden die super. Dann haben wir halt überlegt wie man das am coolsten macht.

Peter: Auf die Idee wären wir natürlich selber gerne gekommen, aber…

Torsten: Wir haben uns entschlossen, das auch zu sagen, weil die Plattenfirmen ja eigentlich immer die Bösen und die Blöden sind. In unserem Fall stimmt das nicht. Die haben sogar manchmal gute Ideen.

Peter: Die haben in den allermeisten Fällen gute Ideen.

Torsten: Nee, die haben natürlich nur ab und zu gute Ideen…

Peter: Das Ding hat wirklich eingeschlagen. Aber es wäre falsch sich jetzt mit fremden Lorbeeren zu schmücken.

Torsten: Heißt das nicht „mit fremden Federn schmücken“ und „die Lorbeeren ernten“?

Peter: (lacht) Mit fremden Lorbeeren schmücken, ist ja super!

Torsten: Arnim verwechselt immer oft so Sachen und sagt dann zum Beispiel „Das ist nicht das Grüne vom Ei“ oder er muss „große Schuhe füllen“ oder er hat „sein Haus am warmen Wasser gebaut“. „In den blutigen Apfel muss er beißen“, solche Sachen sagt Arnim immer. Peter lacht dann immer am lautesten und jetzt sagt er „mit fremden Lorbeeren schmücken“. Und der ist gut!

Tja, man kann nicht alles können.

Peter: Nee, aber das Wichtige ist ja, dass man es versucht!

Torsten: Ihr merkt schon - In diesem Raum hier wurde gerade Geschichte geschrieben! Der Peter hat sich versprochen!

Da müssen wir uns gleich mal die Lizenzrechte dran sichern!

Torsten: Nee nee, ihr seid die ersten und einzigen, die das schreiben dürfen.

Peter: Wie mir sowas passieren konnte…Irgendwas war, es hat sich nicht richtig angefühlt.

Das sagst du jetzt!

Torsten: Ja ja, hinterher.

Wie geht ihr mittlerweile mit Kritik um?

Torsten: Ich kann damit immer noch nicht umgehen, weil davon einfach zu wenig kommt. Ich weiß, dass zum Beispiel die Jungs mit denen wir das „Beat TV“ gemacht haben da zwei waren, die meinten „Also die neue Platte, da musste ich mich dran gewöhnen“ und so. Aber ich finde das immer gar nicht schlimm. Also jeder soll doch denken was er denkt. Kommt drauf an wie die Kritik ist. Da gibt´s manchmal auch Kritik bei uns auf der Seite oder bei Facebook wo ich mir denke „Oh man, überleg doch bitte, einmal wenigstens, dann schreibst du auch so einen Scheiß nicht.“. Das regt mich auf, wenn es einfach so unüberlegter Käse ist. Aber wenn jemand ernsthaft sagt, er findet die Platte aus dem und dem Grund nicht so gut, dann ist das doch jedem seine Meinung.

Peter: Da gibt´s dann ja gar nichts zu diskutieren eigentlich.

Torsten: Ja, dann sag ich halt okay…Aber wenn dann jemand kommt und sagt „Jetzt klingt ihr ja auch nicht mehr wie früher, ihr singt auch kaum noch Deutsch und jetzt kosten die Konzertkarten viel mehr“.

Peter: „Ihr habt anno 2004 mal gesagt, dass eure Konzertkarten nie mehr als 25 Euro kosten und jetzt kosten sie 27 Euro.“. Völlig falsch angesprochen, weil wir immer überlegen wie viel irgendwas kostet. Das war jetzt so ein klassisches Beispiel. Der war halt einfach nur doof, vielleicht. Oder angepisst, ich weiß es nicht. Also mit so einer Kritik kann ich nicht gut umgehen. Bei der Musik ist das anders, da kann man ja nicht kritisieren, wenn man sie nicht mag, hört man sie sich einfach nicht an. Zu sagen „früher ward ihr mal besser“ – das bringt ja niemandem was!

Torsten: Kritik ist ja das eine, aber wenn man nur irgendwelche Vorwürfe macht, dann ärgert man sich ganz leise, weil sonst wird man ja irgendwann immer unsachlich. Und das sollte man ja nicht.

Peter: Man ärgert sich halt manchmal darüber, weil es einfach so gar nicht stimmt. Wenn mir jemand vorwirft, wir machen uns keine Gedanken um die Preise, dann habe ich wirklich eine schwierige Zeit darauf nicht zu antworten. Weil ich es so blöd finde. Im Endeffekt sitzen wir da und streiten uns darüber, was jetzt noch cool ist und was nicht. Wir überlegen uns alles ganz genau und dann kommt irgendjemand und wirft uns vor, dass wir absahnen würden.

Torsten: Es gab jetzt zum Beispiel auch im Zuge der Veröffentlichung von Boombox+X auch ein paar Kritiken bei uns auf der Seite, warum wir denn dafür extra eine Tour abgesagt hätten, da sind ja auch nur Remixe und B-Seiten drauf und warum jetzt doppelt…Aber da denken wir uns immer: Wenn sich jetzt jemand die Boombox im März gekauft hat und jetzt findet, dass das alles Abzocke ist, dann kauft er die Platte jetzt doch auch nicht. Wenn du die Platte aber vielleicht noch nicht kennst oder noch nicht hast, denkst du dir „Ach guck mal, da sind jetzt ja 18 Songs mehr drauf“, dann kaufst du sie dir doch auch. Und dann bist du froh, dass du auch nur 13,99 Euro bezahlst. Ich finde so richtig angreifbar ist man eigentlich nicht. Und wenn es Kritik ist, die berechtigt ist, dann ist das oft eine subjektive Kritik und dann hat jemand auch das Recht sie zu sagen.

Was ist eigentlich aus eurem Nebenprojekt „Die Roys“ geworden?

Peter: Das ist eine gute Frage…Erst einmal wird das nichts, weil die Beatsteaks so viel zu tun haben. Und wenn wieder Zeit ist für Roy dann wird er…wie sagt man?

Torsten: Paukenschlag!

Kein Risiko eingehen!

Torsten: (lacht) Ja, kein Risiko eingehen und sich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken.


Nervt es euch manchmal, berühmt zu sein und auf der Straße erkannt zu werden?

Peter: Wir sind nicht berühmt…

Torsten: Wir sind definitiv nicht berühmt. Die Kanzlerin ist berühmt.

Ach kommt. Also ich kenne niemanden, der euch nicht kennt.

Peter: Echt? Das ist eine tolle Sache. Aber das heißt ja noch nicht, dass wir über die Straße gehen und die Leute uns kennen.

Werdet ihr denn nicht erkannt, wenn ihr mal unterwegs seid?

Torsten: Das ist echt selten…

Peter: Also ab und zu mal. Aber jetzt weit weg vom unangenehm sein. Wenn, dann wird Arnim am ehesten erkannt. Er kann nicht anonym irgendwo zu einem Konzert gehen. Auf einem Konzert wird man halt auch manchmal erkannt, aber da sind wir ja reingewachsen. Das wissen wir ja mittlerweile, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass dich jemand erkennt und tuschelt, wenn man in einen Club geht.

Torsten: Es ist ja auch immer sehr nett. Obwohl, mir ist es einmal passiert, dass ich in der Sparkasse war und ein Typ gesagt hat „Oh guck mal, da ist ja der Idiot von den Beatsteaks!“.

Peter: Echt? Hast du ihm eine gegeben?

Torsten: Nee, wollte ich erst, aber meine Freundin war ja dabei. Da wollte sie schon hinterher, aber dann meinte ich „Nee, komm zurück, ich mach das selber“, habe mich dann aber zusammen gerissen.

Peter: Boah, der hat dich Idiot genannt!

Torsten: Hat so ein bisschen gepöbelt halt. Aber ansonsten war es immer nett. Oder mal bei Ikea: Da kriegen die einen roten Kopp, dann kriege ich einen roten Kopp und dann macht man ein Foto – zwei rote Köppe…Ach, das ist alles überhaupt nicht schlimm.

Ihr verbringt ja anscheinend auch privat Zeit miteinander – geht ihr euch nicht manchmal total auf die Nerven?

Torsten: Ja und Nein. Wir sehen uns eigentlich nur noch zu Kindergeburtstagen oder zu Halloween privat. Also wirklich privat haben wir nicht mehr so viel miteinander zu tun. Wir sind ja wirklich von Montag bis Freitag zusammen. Am Wochenende ist frei. Und am Wochenende ist es so, dass jeder wirklich etwas mit seiner Familie macht. In Clubs gehen wir relativ selten zusammen. Vielleicht mal auf Konzerte. Und dann ist das wirklich was Besonderes. Das finde ich auch toll und das macht auch Spaß, aber es reicht auch. Ich habe ja eine Familie. Sonst hätte ich Peter gefragt, ob er mich heiratet oder ob er mit mir zusammen zieht. Aber ich sag mal, auf den Sack geht man sich da nicht. Weil es privat wirklich so exklusiv ist, dass es toll ist, wenn man sich privat sieht. Auf den Sack geht man sich eigentlich nur, wenn dienstlich viel zu tun ist.

Peter: Bei einer Veröffentlichung oder wenn man aufnimmt und denkt man ist gerade fertig und dann geht es erst so richtig los, da ist man schon ein bisschen dünnhäutig und gibt es vielleicht mal weiter ab.

Torsten: Aber es war noch nie so, dass es wirklich schlimm war.

Peter: Egos flach halten. Das ist das Einzige was man da machen kann.

Gibt es in Interviews Fragen, die ihr nie beantworten würdet?

Torsten: Ja. Es gibt zum Beispiel immer mal die Frage, was so unsere Zeremonie vor einem Konzert ist. Das verraten wir halt nicht.

Peter: Und wenn es zu privat wird, wird´s halt nicht beantwortet.

Torsten: Ein bisschen kann man immer erzählen.

Peter: Blöde Fragen gibt es halt immer mal.

Torsten: Also wir teilen uns für Interviews immer auf, weil Arnim wegen seiner Stimme keine Interviews macht…

Peter: Willst du jetzt sagen, dass meine Stimme schlecht ist oder was?

Torsten: Nein! Du kannst das einfach eher bringen. Und wenn du dann sechs, sieben Interviews am Tag machst und jedes Mal kommt die Frage „Erzählt doch mal kurz: Wie ist euer Name entstanden und woher kennt ihr euch?“ denke ich mir „Alter, mittlerweile ist das die sechste Platte, die Band ist seit 10 Jahren in dieser Besetzung, jetzt kannst du doch auch mal kurz bei Wikipedia nachlesen wie die Band gegründet wurde.“.

Ein bisschen Recherche wäre ganz nett. Um bei den Namen zu bleiben…

Peter: (lacht) …“wie seid ihr darauf gekommen?“

Ja, erzähl mal!

Torsten: Total ignoriert, was wir gerade gesagt haben! (lacht) Oh wie geil eigentlich! Eigentlich würde ich es jetzt sofort erzählen.

Wie würdet ihr euch denn heute nennen, wenn ihr euch noch einmal umbenennen dürftet?

Torsten: Wenn man sich umbenennen müsste…

Peter: Na in Wachkoma.

Und dann würdet ihr wieder deutsche Texte machen?

Torsten: Nur. Zwei Schlagzeuge, ein Bass, zwei Gitarren und zwei Sänger. Bernd und Arnim spielen Schlagzeug, Peter Bass und Thomas und ich spielen Gitarre und „singen“. Die Band würde schon ziemlich fett werden. Du musst immer tighte Business-Moves machen. Das muss immer fresh bleiben auf jeden Fall!

Wie sieht´s mit euren Zukunftsplänen aus?

Torsten: Wenn wir von der Tour wiederkommen, spielen wir noch einmal zwei hammer Konzerte in Berlin und gießen uns mit der Crew noch das ein oder andere Glas Getränk hinter die Binde. Nach Berlin sind Peter und ich sofort auf dem Weihnachtsmarkt und kaufen Weihnachtsbäume. Damit wir noch einen guten abkriegen.

Peter: Ja, gleich am nächsten Tag werde ich losziehen, mit der Fahne von der Aftershowparty und den geradesten Weihnachtsbaum Berlins finden.

Torsten: Ich fahre mit meiner Freundin ein langes Wochenende weg, was ich schon seit drei Jahren hätte machen müssen…Dann wird Weihnachten mit der Familie gefeiert und dann Prost Neujahr. Da gibt es einige Sachen zu tun für uns. Also wir sind da dran.

Peter: An einem ganz heißen Eisen.

Torsten: Wir sagen noch nicht viel dazu, aber es ist auf alle Fälle echt krass. Man sollte auf jeden Fall drei Tage nach Nikolaus die Augen offen halten im Internet. Dann spielen wir viele Festivals: Highfield, Area 4 und Open Flair. Da wird sich auch nicht viel ändern jetzt. Dann wird wieder eine Platte gemacht und getourt. Solange wir das nicht langweilig finden und die anderen das nicht langweilig finden, wird das gemacht. Wir machen das solange, bis jemand tot umfällt! Solange noch ein paar Leute kommen, gibt es ja keinen Grund aufzuhören.




0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen