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KMPFSPRT
KMPFSPRT
Intervention
VÖ: 29.04.2016
People Like You Records
Bewertung

 

Die Kölner Band KMPFSPRT veröffentlicht mit „Intervention“ ein starkes Album, welches zweifelsohne seinen angemessenen Platz in der immer stärker werdenden deutschsprachigen Punkszene finden wird. Wie bereits einige andere Bands des gleichen Genre legen KMPFSPRT mit dem neuen Album eine deutliche Reifung hin. Seit „Jugend Mutiert“ ist der Vierer deutlich eingängiger, musikalisch reifer und klarer strukturiert geworden. „Ich bin der Passant auf der Autobahn, als Warnmeldung durchgesagt. Bin auf der Suche nach Hause. Wo ich auch hin muss, ich laufe“, startet der Opener „Soundtrack zum Aufprall“ und entpuppt sich schnell richtungsweisend für einen gut eingeschlagenen Weg zu sein. Die Kölner wissen was sie wollen und das transportieren sie auf der anstehende Platte. Frontmann Richard Meyer überzeugt mit einem deutlich klarer differenzierteren Einsatz seiner angenehm roughen Stimme, David Schumann hat die krachenden Gitarrenparts fest im Griff und Dennis Müller schenkt seinem Bass eine ordentliche Portion mehr Selbstbewusstsein. Nico Van Hamme ist erst seit letztem Jahr dabei und präsentiert sich als absoluter Volltreffer am Schlagzeug. Das riecht nach einem mehr als erfolgreichen Frühjahrsputz im Hause KMPFSPRT.

Den Fokus des Albums findet man ganz klar im Songwriting und wird dabei immer wieder von einer guten Mischung aus super kritischen und klar positionierten sowie total positiven Lyrics überrascht. Das Vierer-Gespann spricht sich in „Antithese“ beispielsweise klar gegen Rassismus, Nationalismus und Hass aus, während es gleichermaßen offene Grenzen ohne Mauern in einer solidarischen Gesellschaft unterstreicht. Der Titeltrack „Intervention“, die Ode an die Ausgelassenheit „Lichter“ oder „Samstagabendtodeskampf“ kommen wie gewohnt stark und kratzig um die Ecke, nehmen kein Blatt vor den Mund und könnten problemlos zu modernen Hymnen einer wachsenden Generation ausgerufen werden. „Blutige Nasen und offene Knie: Ohne Wunden und Schrammen überstehen wir´s nie. Und die Sonne geht auf und ab in die Lichter die wir Großstadt nennen, erst in Abgründen lernt man sich wirklich kennen.“, beschreibt „Mit Anlauf“ kraftvoll und unverblümt ein mehr als bekanntes Gefühl seiner Zuhörerschaft. Immer wieder erinnert man sich an die verschiedensten Bands der Szene: von Turbostaat über ZSK, die Ärzte in jungen Jahren oder Radio Havanna ist immer mal wieder ein kleiner Funke spürbar.

Nach rund vier Minuten ist auch dieses „Pamphlet“ zu Ende. Doch „Plötzlich geht die Tür auf und Musik setzt ein“, rund dreißig Sekunden nach offiziellem Ende darf man sich für weitere rund sieben Minuten von brachialen KMPFSPRT Klängen überraschen lassen. „Schöner Scheitern“ und „Paläste Aus Papier“ verstärken dann allerdings noch einmal den Gedanken, rein gar nichts dagegen zu haben, wenn die Kölner sich ganz und gar im Genre Post-Hardcore ansiedeln würden.

von Maria

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