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Rogers im Interview
Interview: Maria Graul
Fotos: Kay Özdemir

Die Düsseldorfer Punkband Rogers veröffentlicht am 08. September ihr drittes Studioalbum "Augen Auf" via People Like You Records. Die kommende Platte zeigt den Vierer merklich gewachsen. Thematisch legen sie den Finger politisch und gesellschaftskritisch in die Wunde. In unserem Interview mit dem Rogers Frontmann Chri sprachen wir über das neue Album, die Entwicklung der Band und plötzlich auch Ursula von der Leyen.

Rogers

Mit „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen müsste […] Ihr seid sowas von 1933“ startet Ihr den Albumopener „Nie euer Land“. „Augen auf“ beweist durchgehend einen neuen, beeindruckend klaren Ausdruck Eurer Haltung. Was hat Euch dazu veranlasst? Was kotzt Euch so richtig an?

Im Endeffekt das, was der Song ganz klar zum Ausdruck bringt. Diesen Rückfall zum Alltagsrassismus, religiöser Fundamentalismus und diesen fiesen Menschen- und lebensverachteten Rattenschwanz, der sich dahinter her zieht. Uns war es schon immer wichtig Stellung dazu zu beziehen, weil wir nicht den Fehler machen wollen nichts aus der Geschichte der Welt zu lernen und empfinden das weiterhin als sehr wichtig.

„Beim Hören des Songs fallen mir immer wieder lustige und schöne Erinnerungen ein“

Warum ist es wichtig, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen?

Für mich ergibt es keinen Sinn, sich vor allem Neuen zu verschließen und im Endeffekt nichts von der Kultur und Offenheit der Welt mitzubekommen.

Welcher Titel vom neuen Album ist der bedeutungsvollste für Dich/Euch und warum?

„Die Nachbarn von Oben“. Erzählt einfach wunderschön autobiografisch unsere WG Zeit und beim Hören des Songs fallen mir immer wieder lustige und schöne Erinnerungen ein.

Für die unter die Haut gehende Hymne „Held Sein“ konntet Ihr Sebastian Madsen als Gast gewinnen. Wie kam es dazu und wie war die gemeinsame Arbeit?

Wir haben angerufen.

„Das wäre ein Traumata für mein Gehirn.“

Wenn Ihr die Chance hättet unsere aktuelle Politik zum kommenden Wahlkampf zu interviewen: Wem würdet Ihr welche Fragen stellen?

Ich würde Ursula von der Leyen nach ihrem Haarspray fragen. Wenn ich mir einen Iro schneide bekomme ich den nie gestellt. Die Frisur von der Frau hält wie Kruppstahl.

„Und jetzt bin ich nicht mehr wie früher“ schließt der Closer „Früher“. Seit „Nichts Zu Verlieren“ sind zwei Jahre vergangen. Was war in der Zeit bei den Rogers los?

Puh, wenn ich mich an das alles noch erinnern könnte. Das wäre ein Traumata für mein Gehirn.

Ihr spielt aktuell einige Festivals. Gibt es ein Lieblingsfestival und wieso? Gibt es ein Festival auf dem ihr unbedingt mal spielen wollt?

Wir sind generell super gerne auf Festivals unterwegs wenn es nicht gerade von morgens bis nachts ununterbrochen durch am Regnen ist. Da ist es egal ob klein und familiär auf Opas Acker oder so richtig dicke Brummer wie das Highfield oder das Deichbrand Festival. Ich würde mal wieder gerne zum Open Flair nächstes Jahr, das war auch echt schön!

„Fühlt Euch frei, fühlt Euch wohl, baut Frust vom Alltag ab“

Was ist für Euch die wichtigste Message, die Ihr während Euren Shows transportieren wollt?

Fühlt Euch frei, fühlt Euch wohl, baut Frust vom Alltag ab, geht mit einem Lächeln nach Hause und habt eine gute Zeit mit guten Freunden.

Was kommt als nächstes aus dem Hause Rogers?

Das klingt so als wäre Artur wieder schwanger. Auf jeden Fall möchte der neue Silberling bestimmt live gespielt werden.

Wollt Ihr noch was loswerden?

Danke für das schöne Interview und gute Nacht!

Video: Rogers – Einen Scheiss muss ich

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