+
Eskimo Callboy, To The Rats And Wolves und Novelists in Hannover
Capitol
22.03.2018
Bericht: Hanna Hindemith
Fotos: Isabelle Kaltner

Eskimo Callboy sind auf "The Scene"-Tour und machen nach ihrer Supportshow von Five Finger Death Punch 2015 nun als Headliner im Capitol in Hannover Halt. To The Rats And Wolves und Novelists lassen als Support das Metalcore/Trancecore-Herz zus├Ątzlich h├Âher schlagen.

Eskimo Callboy am 22.03.2018 im Capitol Hannover

Die Metalcore Band Novelists ist aus Frankreich angereist und hat ihr aktuelles Album „Noir“ mitgebracht. Nach einem schnellen „Hello Hannover, how are you doing?“ legt die Band rund um S├Ąnger┬áMatt direkt los. Das Capitol ist bereits gut gef├╝llt. Insgesamt rund 1.200 Besucher wird es heute Abend in das Venue am schwarzen B├Ąren verschlagen.

Noch ist das Publikum etwas verhalten. Novelists m├╝ssen sich die ungeteilte Aufmerksamkeit und den ein oder anderen Kopfnicker erst einmal erspielen. Dies gelingt den Parisern letztlich und vor allem der publikumsnahe Einsatz von Matt – der sich f├╝r die letzten Songs sogar direkt ins Publikum begibt – wird mit ordentlich Bewegung belohnt. Mit einem „Dankesch├Ân“ und einem breiten Grinsen im Gesicht verabschieden sich Novelists f├╝r den heutigen Abend.

„Hannover, springt!“

Die gro├čen Aufsteller, die auf die B├╝hne getragen werden sowie das kaum ├╝bersehbare Banner an der R├╝ckwand der selbigen k├╝ndigt die zweite Band des Abends an: To The Rats And Wolves waren bereits des ├ľfteren in Hannover zu Gast. Heute Abend stehen sie als┬áSpecial Guest von Eskimo Callboy auf der B├╝hne des Capitol. Die Trancecore Band ist bereits bestens bekannt und die Menge dementsprechend textsicher und erfreuter Stimmung. Als die Band die B├╝hne betritt, setzt lauter Jubel ein. „Hannover, springt!“, ruft S├Ąnger Dixi. Und Hannover springt.

Springen, klatschen, singen, Moshpits – Zeit f├╝r eine Erfrischung! Bassist Stanislaw schraubt eine Sprite-Flasche auf. Und auch eine Besucherin zeigt Interesse,┬ádie vermutlich trockene Kehle f├╝r den n├Ąchsten Song┬ábereit zu machen. „Das ist keine Sprite…“, entgegnet Stanislaw, der beinahe aussieht, als w├╝rde er sich ertappt f├╝hlen und nimmt einen gro├čen Schluck aus der Flasche. Um die Stimmung immer weiter anzuheizen, packen To The Rats And Wolves alles an Publikumsinteraktion aus, was so auf dem Markt ist. M├Ądchen gegen Jungen, Wall Of Death, auf den Boden setzen und auf Kommando springen, H├Ąnde in die H├Âhe, Partner auf die Schulter nehmen, Smartphone-Lichtermeer. Das Publikum macht zu Songs wie „Riot“ und „Prototype“ bereitwillig mit. „Dankesch├Ân, vielen, vielen Dank!“, zeigt sich S├Ąnger Nico sichtlich erfreut ├╝ber den vielen Zuspruch. Zum Abschluss gibt es f├╝r die Besucher noch den Coversong „Anywhere For You“ auf die Ohren und f├╝r die Band ein Erinnerungsfoto.

To The Rats And Wolves haben bereist einiges an B├╝hnenerfahrung auf dem Buckel. Sie wissen genau, wie sie ihr Publikum um den Finger wickeln. Im Capitol ist die Temperatur mittlerweile definitiv einige Grad nach oben geklettert, die Luft wird knapper. Dass die Stimmung dennoch noch mal ein St├╝ck nach oben gehievt werden kann, beweisen im Anschluss schlie├člich Eskimo Callboy als Headliner.

„Leute, die Laune ist am Start!“

Das To The Rats And Wolves Banner ist einem riesigen Kreuz gewichen, das auch das Cover des aktuellen Eskimo Callboy-Albums „The Scene“ ziert. Das Licht verdunkelt sich, das Kreuz leuchtet strahlend rot und Smartphones schnellen in die H├Âhe. Eskimo Callboy entern unter gro├čem Jubel die B├╝hne und danken es der Menge gleich zu Beginn mit wei├čem Konfetti. Eskimo Callboy wissen, wie man Eindruck macht! „Gastgeber sein ist so ein sch├Ânes Gef├╝hl“, freut sich S├Ąnger Kevin. Gast zu sein augenscheinlich auch, denn die Band aus Castrop-Rauxel liefert eine astreine Show ab.

Die Party hat dank Songs wie „Back In The Bizz“, „We Are The Mess“, „Is Anyone Up“ und „VIP“ mittlerweile auch den oberen Rang des Capitols erreicht. „Leute, die Laune ist am Start!“, k├╝ndigt Kevin den Song „Party At The Horror House“ an. Gesangskollege Sushi nutzt die Gelegenheit, um auf Tuchf├╝hlung mit den Besuchern zu gehen, das Mikrofon weiterzureichen und gleich etwas Wasser zur Abk├╝hlung hinterher zu schieben. Ein bisschen Abk├╝hlung scheint den erhitzten Gem├╝tern auch gerade recht zu kommen. „Leute, ganz ehrlich, das ist der Wahnsinn!“, zeigt sich Kevin beeindruckt.

Was tut man nicht alles f├╝r die Fans?

Auch wenn Eskimo Callboy oft auf Gegenwind sto├čen: Heute Abend zeigen sich auf der B├╝hne sechs sympathische Musiker, die nicht nur Sinn f├╝r Humor haben und wissen, wie man eine unterhaltsame Show abliefert, sondern auf ihre Fans achten und nicht alles als selbstverst├Ąndlich ansehen. So wird beispielsweise der Security f├╝r ihre tolle Arbeit gedankt (Sushi: „Die passen echt super auf!“), zwischen den Songs sichergestellt, dass es einem vermeintlich angeschlagenen Fan gut geht, allen Bands ausgiebig gedankt (Kevin: „Kauft Sachen von Novelists, sonst kommen die nicht mehr zur├╝ck nach Hause!“) und der Song „Muffin Purper-Gurk“ einem ganz speziellen Fan der Band gewidmet. Auch wenn dieser laut Kevin eigentlich zu den Songs geh├Ârt, den man am liebsten mal von der Setlist kicken w├╝rde. Ninjamove zur Veranschaulichung inklusive. Aber was tut man nicht alles f├╝r die Fans?

Nat├╝rlich verwundert es niemanden, dass Eskimo Callboy noch mal lautstark f├╝r eine Zugabe zur├╝ck auf die B├╝hne gerufen werden. Immerhin fehlen heute noch Hits wie „Crystals“ und „Mc Thunder“. Zum Abschluss gibt es noch mal eine ordentliche Dosis Konfetti, das obligatorische Gruppenfoto mit Publikum, eine Verbeugung, Sticks, Gitarrenplektren und nicht zuletzt verschwitzte, aber gl├╝cklich strahlende Gesichter auf und vor der B├╝hne. Am Ende des Abends erinnern schlie├člich nur noch die Mengen an wei├čem Konfetti auf dem Boden an den Abriss, den Eskimo Callboy heute nach Hannover gebracht und somit schon am Vizefreitag das Wochenende eingel├Ąutet haben.

Eskimo Callboy

To The Rats And Wolves

Novelists

Auch spannend:

Anzeige